Einrücken, Material fassen und losmarschieren: Mit einem 20-km-Marsch starteten die entschlossenen «10er » in den FDT 25 und bewiesen bereits am ersten Tag ihren ungebrochenen Einsatzwillen. Es folgten zwei intensive Ausbildungswochen und eine sechstägige Langzeitübung. Der Kommandant, Oberstlt Jean-André Combe, zeigte sich stolz auf seine Abteilung, die infolge von Sparmassnahmen ohne Artilleriemunition trainiert und dennoch Wirkung gezeigt hatte.
Einrücken in Bière – Besuch hoher Gäste
Am Montag, 6. Oktober 2025, rückten die Angehörigen der Berner Artillerieabteilung 10 auf dem traditionsreichen Waffenplatz Bière ein. Den Einrückungstag liessen sich auch der Kommandant Heer, Divisionär Benedikt Roos, und Ständerat Werner Salzmann nicht entgehen. Sie suchten den direkten Austausch mit der Truppe, informierten sich über die Herausforderungen des militärischen Alltags und dankten den Soldaten für ihren Einsatz zugunsten der Verteidigungsfähigkeit der Schweiz.

Grundausbildung: vom SAPH bis zur Sanitätshilfestelle
Während der Ausbildungsphase absolvierten die Soldaten und Kader ein breit gefächertes Programm. Neben der Schiessausbildung an der Panzerhaubitze (SAPH), am Maschinengewehr und an der persönlichen Waffe stand die Ausbildung im Sanitätsdienst im Zentrum. Dieses Schwergewicht wurde im Sinne aktueller militärischer Lehren – insbesondere aus jüngsten Konflikten – bewusst gesetzt.
Zudem war im diesjährigen FDT die Sanitätskompanie 2 der Artillerieabteilung 10 unterstellt, was für beide Truppengattungen äusserst wertvoll war. So konnte die Artillerie vom medizinischen Know-how profitieren und vice versa. «Der Ukrainekrieg zeigt, dass die meisten Verwundungen von der Front artilleriebedingt sind», sagte Combe.
Gemeinsam mit der Sanitätskompanie 2 wurde der gesamte sanitätsdienstliche Prozess realitätsnah geübt – von der Erstversorgung am Ort der Verwundung bis zur Sanitätshilfestelle. In Gefechtssimulationen trainierten die Soldaten Beurteilung, Erstversorgung, Evakuation und Triage unter hoher Belastung. Auch Aufbau, Betrieb und Kommunikation der Sanitätshilfestelle sowie die Zusammenarbeit mit der behelfsmässigen ABC-Dekontamination wurden intensiv geschult.

Ergänzt wurde die Grundausbildung durch Truppenbesuche hochrangiger Gäste, darunter Regierungsrat und Sicherheitsdirektor Philippe Müller mit seiner Delegation aus dem Götti-Kanton Bern sowie Oberfeldarzt Div Andreas Stettbacher. Ihre Präsenz unterstrich die Relevanz des Sanitätsdienstes und die Bedeutung einer modernen, einsatzfähigen Armee.
Langzeitübung «BELLEPRISE ARTLUV 25»
Am Freitag der dritten Woche begann die sechstägige Langzeitübung «BELLEPRISE ARTLUV 25». In einem fiktiven Szenario verlegte die Abteilung zunächst in den Bereitschaftsraum Romont und anschliessend in den Artilleriebewegungsraum in der Orbe-Ebene. Ziel war es, Verschiebungen unter Einsatzbedingungen zu trainieren, dissuasiv im Raum zu wirken und die Feuerunterstützung zu verfeinern. Trotz fehlender Munition zeigte sich die Truppe unbeeindruckt. «Natürlich hätten wir gerne den Feuerprozess geübt», so Combe. «Doch entscheidend waren die Zusammenarbeit mit anderen Verbänden und die taktische Bewegungsfähigkeit. Hier haben wir viel gelernt, was für zukünftige Einsätze von grossem Wert ist.»
Gemeinsamer Einsatz mit der Leichten Fliegerlenkwaffenabteilung 7
Parallel war auch die Leichte Fliegerlenkwaffenabteilung 7 im Einsatz. Beide Stäbe nutzten Synergien und präsentierten gemeinsam ihre Unterstützungskonzepte – von der Einsatz- über die Logistik- bis zur Kommunikationsführung. Die Zusammenarbeit verdeutlichte, wie sich unterschiedliche Truppengattungen wirkungsvoll ergänzen und voneinander lernen können.
Stärken der Miliz – Eigen- und Drohnenschutz im Fokus

Die Artilleriebatterie 10/3 vertiefte in Übungssequenzen die Marschtarnung und den Drohnenschutz ihrer Raupenfahrzeuge. Schwerpunkte waren die Reduktion der Sichtbarkeit auf dem Marsch und das Anwenden von Schutzmassnahmen gegen Aufklärung durch unbemannte Luftfahrzeuge. Alle Abläufe wurden unter den gegebenen Bedingungen geprüft, um Verwundbarkeiten zu erkennen und Gegenmassnahmen zu verfestigen. Besonders deutlich zeigte sich dabei der Wert des Miliz-Know-hows für die Gesamtarmee: Durch Teamarbeit, Einfallsreichtum und Lernbereitschaft setzten die Soldaten und Kader ihr ziviles Wissen gezielt militärisch um. Das Ergebnis war eine gesteigerte Schutzfähigkeit unserer Soldaten und unseres Materials – ein eindrücklicher Beleg für die Innovationskraft einer kompetent geführten Miliztruppe.
Fazit
Trotz fehlender Artilleriemunition gelang es der Artillerieabteilung 10, Wirkung zu erzielen – nicht durch Feuer, sondern durch Können, Innovationskraft und Kameradschaft. Eine eindrückliche Demonstration moderner Milizkompetenz im Dienst der Schweizer Armee.


















































